Polnische Start-ups bieten großes Kooperationspotential

26.04.2017
26.04.2017

Bei der gtai-Konferenz zu „Chancen in der Industrieautomatisierung in Polen“ herrschte bei den Podiumsteilnehmern übereinstimmend die Meinung, dass Polen eine dynamische Start-up Szene im technischen Bereich besitzt.

Dieses hat häufig mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. Hier bieten sich vielfältige Anknüpfungspunkte zur Kooperation mit deutschen Unternehmen – gerade im Kontext von Industrie 4.0. Die diesjährige Hannover Messe mit dem Partnerland ist eine ideale Plattform, um erste Kontakte zu knüpfen.

Technologischer Nachholbedarf

In seiner Keynote gab Lech Pilawski, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Konfederacja Lewiatan einen Überblick über den derzeitigen Automatisierungsgrad in Polen. „15 % der Firmen sind vollautomatisiert, 76 % teilautomatisiert und nur 6% im Bereich Industrie 4.0 tätig.“ Hier besteht also noch viel Handlungsbedarf. Auf die Bedeutung der Digitalisierung wies auch Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA hin. „Die Chancenbringer sowohl für Deutschland als auch Polen sind Digitalisierung, Energieeffizienz sowie ein handlungsfähiges Europa.“

Innovationsförderung in Polen auf staatlicher und europäischer Ebene

In der angeregten Podiumsdiskussion berichtete Peter Baudrexel, Vorstandsvorsitzender Siemens Polska, dass auf der diesjährigen Hannover Messe eine Absichtserklärung mit dem polnischen WirtschaftsministerMorawiecki unterzeichnet wurde, in der Siemens sich zur aktiven Unterstützung des Aufbaus von Industrie 4.0 in Polen verpflichtet. Dies ist ein Teil der neuen Regierungsstrategie, die beispielsweise auch den Aufbau einer nationalen Plattform „Industrie 4.0“ umfasst. Michal Wozniak, Korrespondent Germany Trade & Invest in Warschau, wies auch aus die zu erwartenden Impulse aus dem EU-Fördertopf in Höhe von 82 Mrd. Euro bis 2020 hin. Neben Infrastruktur steht hier die Förderung von Innovationen im Fokus. 

Einheitliche Standards in Europa wichtig

Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass in einer zunehmend vernetzten Welt Ländergrenzen ihre Bedeutung verlieren. Gerade bei den Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0  sollten die Entwicklungen im europäischen Kontext gesehen werden. Ulrich Ackermann, Leiter VDMA-Außenwirtschaft, betonte „daß digitale Geschäftsmodelle eine einheitliche Sprache benötigen – also Standards – um das Thema Industrie 4.0 in Europa vorwärts zu bringen.“ Die erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 heißt Sicherstellen des Produktionsstandortes Europa. 

Kontakt

Holger Paul
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Bildquelle: VDMA