Wenn Maschinen anfangen zu denken

„Integrated Industry“ steht für das Zusammenwachsen der Industrien durch eine Vernetzung im Bereich der Anlagen, des Materials und der Vernetzung im Informationsaustausch. Die Zahl 34 mit 38 Nullen markiert diesen Schritt in die Zukunft der Produktion: 3.400 Sextillionen Maschinen können sich mit dem neuen Internetstandard Ipv6 vernetzen. Diese globale Vernetzung ungeahnten Ausmaßes nennt sich „Industrie 4.0“.

Industrie 4.0 bedeutet in der Umsetzung, dass Unternehmen ihre Betriebsmittel, Maschinen und Logistiksysteme zunehmend in Cyber-Physical Systems (CPS) online vernetzen, bei Bedarf weltweit.

So entstehen neue Möglichkeiten einer intelligenten Produktion, in der sich alle Objekte durch den eigenständigen Daten- und Informationsaustausch gegenseitig steuern. Auf diesem Wege lassen sich industrielle Prozesse im Engineering, der Materialverwendung und Produktion sowie im Lieferketten- und Lebenszyklusmanagement grundlegend verbessern.

Smart Factory - Neue Logik für die Produktion

Die im Industrie 4.0-Prozess entstehende Smart Factory ist ein Ort völlig neuer Produktionslogik: Die intelligenten Produkte sind identifizierbar, jederzeit lokalisierbar und kennen ihre Historie, ihren aktuellen Zustand sowie die möglichen Optionen auf dem Weg zum Produkt-Finishing.

Darüber hinaus sind die smarten Produktionssysteme mit betriebswirtschaftlichen Prozessen innerhalb des Unternehmens sowie mit externen Wertschöpfungsnetzwerken vernetzt.

Industrie 4.0 hat viel zu bieten

  • Supply Chain Management in Reinform: Die weitgehende Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Wertschöpfungsprozesse wird möglich.
  • „One Piece Flow": Individuelle Kundenwünsche können flexibel, rentabel und kurzfristig umgesetzt werden.
  • Flexibilität und Resilienz: Die Fabrik der Zukunft kann auf kurzfristige Änderungen und Störungen reagieren, ermöglicht durch transparente Entscheidungen in dezentralen Regelkreisen.
  • Qualifikation und Verantwortung: Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt hin zu mehr selbstständigem Handeln und Verantwortung des Einzelnen. Hinzu kommt ein Plus an Ergonomie. Ausbildung und fachliche Qualifikation sind die Schlüssel zum Erfolg.

Was sich abstrakt anhört, geschieht bereits. Satelliten und Computer ermöglichen Autonavigation mit Fahrtipps und Warnhinweisen oder die sichere Erfassung von Nummernschildern über mehrere Fahrspuren. Tablet-PCs dienen zur Bedienung von Maschinen und Nutzfahrzeugen. Kluge RFIDChips ermöglichen Carsharing und automatische Logistikketten. Würden intelligente RFID-Systeme beispielsweise schon heute weltweit in der Luftfahrtbranche eingesetzt, könnten jährlich etwa 80 Jumbojets voller Transportbelege aus Papier eingespart werden.

Integrated Industry beschreibt also neben der technischen und elektronischen Vernetzung auch die Herausforderung an alle Teilbereiche der Industrie, unternehmens- und branchenübergreifend zusammenzuarbeiten. Experten gehen davon aus, dass der Grad der Vernetzung der Industrie entscheidender Erfolgsfaktor im internationalen Wettbewerb der Unternehmen und der Volkswirtschaften sein wird.

Denn diese neuen Formen der Zusammenarbeit garantieren wirtschaftliches Wachstum durch Produktivitätssteigerungen im zweistelligen Bereich.

Angesichts der neuen technischen Möglichkeiten arbeitet die deutsche Industrie zur Zeit intensiv an gemeinsamen Regeln, Standards und neuen Formen der Zusammenarbeit.

Plattform Industrie 4.0 - Teamwork für Deutschlands Spitzenposition

Wie Deutschland auch der Fabrikausrüster für die Industrie 4.0 sein kann, wie der Produktionsstandort Deutschland mit Industrie 4.0 seine Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern kann, welche Rolle Deutschland bei der Setzung von Standards spielen kann und wie die Arbeitswelt mit Industrie 4.0 zum Nutzen der Menschen gestaltet werden kann – Antworten auf diese Fragen sollen durch die Plattform Industrie 4.0 im Dialog entstehen.

Ein Netzwerk aus Unternehmen, Gewerkschaften, Verbänden, Wissenschaft und Politik arbeitet an konkreten Handlungsempfehlungen für alle Beteiligten und versteht sich als Dialogplattform rund um Industrie 4.0. Der VDMA ist von Beginn an dabei!

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Industrie 4.0 – Der Mensch steht im Mittelpunkt

Industrie 4.0 verändert die Industrieproduktion nachhaltig - auch die Arbeit. Um erfolgreich im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, werden auf die Unternehmen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Herausforderungen und Chancen zukommen. Mit Blick auf den Maschinen- und Anlagenbau wird prognostiziert, dass die Unternehmen das Thema Industrie 4.0 zukünftig aus drei unterschiedlichen Perspektiven angehen werden:

  • Als Lieferant: Der Maschinen- und Anlagenbau entwickelt und produziert die nächste Generation an Maschinen, die für die Umsetzung von Industrie 4.0 eingesetzt werden.
  • Als Kunde: Produktionsprozesse und -ketten sowie Kommunikations- und Logistikwege werden sich verändern. Dies betrifft Zulieferer und Kunden des Maschinen- und Anlagenbaus gleichermaßen. Neben neuen Formen der Produktion ist hier ein intelligentes Zusammenspiel aller am Prozess Beteiligten gefragt.
  • Als Dienstleister: Industrie 4.0 verändert bestehende Geschäftsmodelle und schafft neue Dienstleistungen. Internationale Projekte und Services nehmen zu.

Generell wird durch Industrie 4.0 ein Zusammenwachsen von Informations- und Kommunikationstechnik mit der Produktions- und Automatisierungstechnik zu erwarten sein. Zugleich werden die Innovationsprozesse aller Wahrscheinlichkeit nach an Tempo zunehmen. Das bedeutet auch, dass die zukünftige Ausbildung und Qualifizierung in Beruf und Studium sowie die Art der Zusammenarbeit sich ändern wird.

Fest steht: Der Mensch wird auch weiterhin im Mittelpunkt stehen.

Forum Industrie 4.0 – Den Wandel aktiv gestalten

Industrie 4.0 ist nicht nur ein Thema der Großindustrie, sondern muss auch für kleine und mittelständische Unternehmen wirtschaftlich und nutzbringend umsetzbar sein. Dazu sind Best-Practice-Beispiele und Einführungsstrategien notwendig, die beispielsweise zeigen, wie die Abstimmung und Integration mit existierenden Produktionstechniken, IT-Systemen und Daten-beständen erfolgen soll.

Mit dem Forum Industrie 4.0 engagiert sich der VDMA, um die Vision Industrie 4.0 in umsetzbare Handlungsempfehlungen für den Maschinen- und Anlagenbau weiterzuentwickeln und insbesondere die Anwenderperspektive zu berücksichtigen. Ziel ist es, langfristig und nachhaltig ein Netzwerk zum Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedsunternehmen aufzubauen.

Das Forum Industrie 4.0 besteht aus einem interdisziplinären Team von VDMA-Experten, die sich als Berater und Dienstleister verstehen. Sie unterstützen die Mitgliedsunternehmen sowie die Fachverbände und Abteilungen des VDMA in den für Industrie 4.0 maßgeblichen Handlungsfeldern:

  • Politik & Netzwerke
  • Forschung & Innovation
  • Normung & Standards
  • IT-Sicherheit & Recht
  • Mensch & Arbeit
  • Produktionsorganisation & Geschäftsmodelle

Erfahren Sie mehr zu unseren Handlungsfeldern und Dienstleistungen: VDMA-Broschüre „Bausteine gestalten den Weg" .